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Fremdfaserbefall - Eine Eigenschaft der Baumwolle

Der Umweltschutz hat die Chlorbleiche in den letzten 10 Jahren vollständig verdrängt, gleichzeitig haben die Anforderungen an hohe und gleich bleibende Qualität durch „Labels“ eine erhebliche Aufwertung erlangt.

Diese Entwicklungen machen die Fremdfasern zu einer zentralen Eigenschaft der Baumwolle und Baumwollgarne. Der Fremdfaserbefall der Baumwolle aller Provenienzen, aber besonders der in Asien, lief dieser Entwicklung in den vergangenen Jahren genau entgegen. Aus dem Kurvenverlauf ist ersichtlich, dass die Contamination im ø 25 % angestiegen ist. In Asien sogar um 260 %. Es werden folgende Kategorien unterschieden:

    • baumwollbezogene Verunreinigung (z. B. Honigtau, Blätter, Stengel, Rinde, Schalenteile)
    • natürliche und künstliche Verunreinigung
      • Verpackungen aus Kunststoff, Baumwolle, Jute, Hanf oder Sisal, etc.
      • organische Materialien (z. B. Federn, Fell, Gras, etc.)
      • anorganische Materialien (z. B. rostige Baumwollstellen, Metalle, Drähte, etc.)
      • chemische Verbindungen (z. B. Öle, Schmierfette, Teere, etc.)

Die Untersuchungen der International Textile Manufactures Federation (ITMF) aller Provenienzen über einen längeren Zeitraum haben ergeben:

    • Es gibt keine Baumwolle die dauerhaft frei von Fremdstoffen ist.
    • Die Fremdstoffe müssen in verschiedene Kategorien je nach Relevanz für das Endprodukt aufgeteilt werden.

Der Fremdfaserbefall der verschiedenen Baumwollprovenienzen wird ständig geprüft. Aus den bisherigen Ergebnissen lässt sich feststellen:

    • Erstaunlicherweise zählen eine ganze Anzahl afrikanischer Herkünfte zu den fremdstoffarmen Baumwolltypen.
    • Im Übrigen sind Australien und auch die USA zu den fremdstoffarmen Regionen zu zählen.
    • Mit Abstand am stärksten befallen sind indische und türkische Herkünfte.
    • Unbefriedigend sind auch Griechenland und Spanien.

Die Spinnerei C. B. Göldner GmbH & Co KG hat die Bedeutung der Fremdfaserproblematik erkannt und ist zum technischen Marktführer in der Fremdstofferkennung aufgestiegen.

Bild 1: Darstellung des Klassierfeldes YARN MASTER® der Fa. LOEPFE mit zusätzlicher Feinklassierung
(siehe Klasse: S 3) zur Fremdstoffausreinigung

Zur Ermittlung der im Garn verbliebenen Fremdstoffe hat die Spinnerei C. B. Göldner GmbH & Co KG als erste Verkaufsspinnerei eine geeignete Prüf- und Kontrollmethode entwickelt, um die Kundenanforderungen in Bezug auf Garnreinheit und Qualitätssicherheit zu erfüllen.

Die Überprüfung der im Garn verbliebenen Fremdstoffe wird mittels eines Rückspultests auf Basis der Fremdfaserklassierung YARN MASTER® von der Fa. LOEPFE realisiert.

„Der LOEPFE Fremdfaser-Standard beruht auf der Koordinatentabelle der YARN MASTER® 900 Klassenreinigung für Fremdfasern.

Die Fremdfasern werden dabei nach folgendem Schema (Bild 1) klassiert:

    • Aufteilung der Längenklassen in der Horizontalen in S – I – R – O
    • Aufteilung der Dunkelheitsgrade in den Vertikalen von 1 – 4
    • Zusätzliche Aufteilung jeder Klasse in 4 Unterklassen (Feinklassierung).“

(Prospekt von Loepfe YARN MASTER® 900 Fremdfaserklassierung -Fremdfaser-Standard-)

Wir stellen für jeden Kunden die nach den jeweiligen Anwendungsgebieten optimalen Einstellparameter in den Fremdstoffklassen ein. Die Vorgaben werden in der Absprache so genau als möglich abgestimmt, um spätere Probleme in der Weiterverarbeitung auszuschließen.

Jeder zusätzliche Schnitt zur Ausreinigung der Fremdstoffe des Garnes erhöht die Anzahl der Spleißverbindungen an den Spulautomaten. Ausgehend von Spleißfestigkeiten zwischen 80 - 87 % der Garnfestigkeit treten Festigkeitsverluste im Garn auf. Die hohe Vorreinigung der Baumwolle führt zu weniger Schnitte im Garn und die beständige Kontrolle und Nachjustierung der Spleißer verringert den Festigkeitsverlust. Beide Maßnahmen sind Vorraussetzung um die Garnqualität insgesamt zu erhalten.


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